Barrierefreiheit

Gesetzeslage

Barrierefreiheitstärkungsgesetz (BFSG)

Seit Juni 2025 sind praktisch alle B2C-Unternehmen in Deutschland dazu verpflichtet ihre digitalen Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 € oder gar Marktverbot.

Betroffen sind unter anderem:

  • Finanzdienstleister
  • Telekommunikationsanbieter
  • E-Commerce & Online-Handel
  • Versorgungsunternehmen
  • Gesundheits- & Pflegeleistungen
  • Software- und SaaS-Anbieter
  • Bildungs- & Weiterbildungsanbieter

Maßgeblich sind die WCAG 2.1 in der Konformitätstufe AA, die grundlegende Kriterien für Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit festlegen.

Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung (BITV 2.0)

Öffentliche Stellen des Bundes sind unter anderem dazu verpflichtet Webinhalte und Anwendungen barrierefrei zu gestalten.

Verstöße gegen die BITV 2.0 können Beanstandungen durch Nutzerinnen und Nutzer sowie Prüfungen durch zuständige Stellen nach sich ziehen und verpflichten öffentliche Stellen zur Nachbesserung nicht barrierefreier Inhalte.

Grundlage der BITV 2.0 sind auch hier wieder die WCAG 2.1 in der Konformitätstufe AA, die eine gleichberechtigte Nutzung ermöglichen sollen.

Warum Barrierefreiheit?

Die geseztlichen Anforderungen zur Barrierefreiheit sind nicht bloß ein Kostenfaktor sondern bieten praktische Vorteile, wenn sie richtig umgesetzt werden.

Curb Cut Effect

Der curb cut effect (wörtlich „Effekt der abgesenkten Bordsteinkante“) besagt, dass Barrierefreiheit nicht nur den ursprünglichen Adressaten zugutekommt, sondern auch Barrieren für die Allgemeinheit abbaut.

Im namensgebenden Beispiel profitieren neben Rollstuhlfahrern beispielsweise auch Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit Schubkarren. Ein weiteres Beispiel sind Untertitel, die von vielen Menschen verwendet werden, die keine Beeinträchtigung ihres Hörvermögens haben.

Unternehmen, die hier überlegt handeln, können so Hürden abbauen und die Benutzerfreundlichkeit für Ihre Kunden verbessern.

Barrierefreiheit betrifft uns alle

Im Laufe des Lebens erlebt fast jeder von uns eine körperliche Einschränkung. Manche sind glücklicherweise temporär, wie nach einem Ski-Unfall oder bei manchen Erkrankungen. Doch vor allem im Alter kann es zu einer Vielzahl von dauerhaften Beeinträchtigungen kommen, unter anderem denen des Bewegungsaparats und beim Sehvermögen kommen.

In Hinblick auf eine alternde Gesellschaft ist Barrierefreiheit auch eine Investition in die Zukunft.

Software- und Datenqualität

Ein wichtiger Bestandteil der Barrierefreiheit ist die klare Strukturierung von Informationen und Interaktionen. Erfahrungsgemäß führt das auch zu besserer Testbarkeit von Webseiten und Mobilanwendungen und somit zu mehr Software-Qualität.

Klare semantische Strukturen bilden auch die Grundlage moderner KI-Anwendungen, wie RAGs für internes Wissensmanagement oder Kundensupport-Systeme.


Jetzt Kontakt aufnehmen